Die Fälschung und das Meisterwerk – mädchen aus papier

„Annika war für mich immer ein Mysterium. Ein Rätsel, dessen Lösung unerreichbar scheint, wie ein völlig verdrehter Zauberwürfel. Ich dachte, dass sich mit ihrer Rückkehr endlich alles auflösen würde. Aber jetzt ist sie wieder da und alles ist mysteriöser als je zuvor.“ (S.159*)

Maedchen aus Papier von Sina Flammang

Bildquelle: cbt-Verlag

  • Autorin: Sina Flammang
  • Genre: Roman
  • Jahr: 2017
  • Seiten: 352

“Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung.“

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.

Quelle: randomhouse.de


Dieses Buch ist unglaublich … voll. Es ist voller Emotionen, voller Schwierigkeiten. Es ist angefüllt mit komplexen Charakteren und schwierigen Entscheidungen. Die Sätze sind angereichert mit Vergleichen und Metaphern, und in Kombination mit dem schwierigen Thema, an das sich die Autorin hier heranwagt, ergibt es einen schwer verdaulichen Roman. Es ist kein „Sommer, Sonne, Strandboy“-Roman, den man in der Sekunde vergessen hat, in der man ihn zurück ins Regal stellt. Nein, mädchen aus papier geht sehr nahe und es dauert eine Weile, bis man sich aus diesen Wirrwarr aus Problemen wieder befreit hat.

Hier kann ich nur auf ein paar herausragende Punkte eingehen, wir wollen ja nicht, dass sich jemand in dieser Rezension verirrt.

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Léon & Claire – Er trat aus den Schatten

„Ja, vielleicht sollte er sich fürchten. Was würde von seiner Welt übrig bleiben, wenn Licht und Schatten aufeinander trafen, erbittert bereit, das letzte Gefecht gegeneinander auszutragen.“ (S.362*)

Leon Claire von Ulrike Schweikert

Bildquelle: randomhouse.de

  • Autorin: Ulrike Schweikert
  • Genre: Fantasy
  • Reihe: Léon & Claire #1
  • Jahr: 2016 bei cbt
  • Seiten: 475

Paris hat eine dunkle Seite …

Sie nennen sich selbst die Kämpfer der Schatten und haben der Stadt den Rücken gekehrt. Vom hellen Licht sind sie in das Reich der Dunkelheit hinabgestiegen, in die Katakomben tief unter Paris. Unter ihnen lebt Léon, der magische Fähigkeiten besitzt. Er allein weiß um die Macht des Meisters der Finsternis, dessen Ziel es ist, Paris zu vernichten. Als Léon eines Tages der schönen Claire das Leben rettet, ist es um sie beide geschehen. Léon nimmt Claire mit in seine düstere Welt; Licht und Schatten verbinden sich. Doch das Glück der beiden ist nicht nur dem attraktiven Adrien ein Dorn im Auge, der schon lange in Claire verliebt ist, sondern vor allem dem Meister der Finsternis selbst, der seine ganz eigenen Pläne mit Léon hat. Schon bald werden die beiden Liebenden zum Spielball dunkler Mächte.

Quelle: randomhouse.de


erwartung-realitatIch gehe mit gemischten Gefühlen an diese Rezension heran. Einerseits gefällt mir die Idee wirklich gut, der Klapptext und das Cover machen neugierig auf mehr und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Andererseits war es in so vieler Hinsicht eine solche Enttäuschung, dass es den Erwartungen nicht nahe kommen, sondern ihnen nur aus großer Ferne zuwinken konnte.

Großmutter, warum hast du denn so große Zähne?

Claire muss von New York nach Paris ziehen, praktischerweise beherrscht sie die Sprache perfekt, weil sie bilingual erzogen wurde, ihr Vater verdient sehr gut (immerhin wohnen sie in einem 2-stöckigen Penthouse mit Blick auf den Eiffelturm. Mit drei Personen!), die Mutter arbeitet im Louvre, kurzum: Sie hat keine nennenswerten Probleme. Klar, sie vermisst ihre amerikanischen Freunde, aber sie gewöhnt sich an der neuen Schule relativ schnell ein.

Ach ja, die Schule: Ein begehbares Klischee: Natürlich gibt es den reichen, verwöhnten Sunny Boy namens Adrien, dem alle mehr oder minder offensichtlich nachsabbern, wenn er das Parkett betritt, die Schulzicke und „Königin“, die mit ihren Unterwürfigen Hof hält und sich gerne besagten Sunny Boy krallen würde, und die natürlich sofort die künstlichen Fingernägel ausfährt, als Adrien Interesse an Claire zeigt. Dazu kommen die Außenseiterin, die als einzige gut in Mathe ist und deshalb (wie sollte es anders sein?) von allen gehasst/beneidet wird, das Mädchen, das sich von selbst von der großen Menge absetzt und sich selbstredend schnell zu Claires bester Freundin entwickelt. Einen Sportler gibt es hier wohl einfach nur deshalb nicht, weil Claire selbst gerne mal FlicFlacs und Saltos schlägt.

Ihr seht, die Schule könnte kaum klischeehafter sein, allerdings sollte ich positiv vermelden, dass immerhin das französische Schulsystem kurz erklärt wird und deshalb sollte da zumindest niemand größere Schwierigkeiten haben.

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Herz aus Nacht und Scherben

„Es ist die Welt der verlorenen Gedanken, der zerschlagenen Träume, der unvollendeten Geschichten und vergessenen Wünsche. Man nennt sie auch die Welt der Scherben.“ (82-83*)

Herz aus Nacht und Scherben

Herz aus Nacht und Schatten
Bildquelle: Bloggerportal

  • Autorin: Gesa Schwartz
  • Genre: Fantasy
  • Jahr: 2016 bei cbt

„Venedig ist die Königin der Magie. […] Sie verwandelt jeden, der durch ihre Gassen geht, und sie bringt Wunder, wohin man auch schaut.“ (S.26*)

Milou, 17, kehrt von Paris nach Venedig zu ihrer exzentrischen, warmherzigen Großmutter zurück. Venedig, die Stadt, in der sie ihre Kindheit verbrachte, in der sie in ihrer Fantasie Drachen und Kobolde erschaffen hat und in der sie lernte zu träumen.

„Es war eine verlangsamte, kostbare Welt, in der Nonna lebte, und es erfüllte sie mit einem unruhigen Glücksgefühl, zurück zu sein… zurück in der Kulisse ihrer Kindheit, die noch immer wie ein Märchen war, in dem die Zeit stillstand.“ (S.9*)

Merkwürdige Dinge geschehen in der Stadt, flüsternder Nebel kriecht durch die verwunschenen Gassen der Stadt, Mädchen mit Spiegelaugen tauchen auf, wunderschöne Gesänge locken sie mitten in der Nacht ans Meer… Weiterlesen

Herz verspielt

„Ich wünschte, mein Kopf würde das Denken einstellen. Ich stehe kurz vor dem Hirninfarkt.“

herz-verspielt

Herz verspielt
Bildquelle: der OnleiheVerbundHessen


Derek, 17, fliegt wegen ein paar freigelassener Schweine auf der Abschlussfeier vom Eliteinternat und muss mit der neuen Frau seines Vaters, die nur ein paar Jahre älter ist als er, und seinem kleinen Stiefbruder von Kalifornien nach Chicago ziehen.

„Mein Schulverweis ist ein Zeichen, so viel ist richtig, aber nicht, dass wir alle zusammen in Chicago leben sollen. Es ist ein Zeichen, dass mein Leben kurz davor steht zu implodieren.“ (Derek, S.14*)

Ashtyn, 17, ist das einzige Mädchen im Footballteam ihrer Schule und setzt alles daran, ein College-Stipendium zu bekommen. Sie ist bereit hart zu trainieren und ihre Mühe zahlt sich aus: Sie wird zum Teamcaptain gewählt, aber das macht sie auch zur Zielscheibe rivalisierender Highschools. Weiterlesen