Krimi oder Katzengeschichte? – Die Katzen von Montmartre

„Mein Name ist Bonnard. Ich wohne auf dem Friedhof von Montmartre. Es ist kein schlechter Ort, still, grün, mit frischer Erde für die gewissen Bedürfnisse, was in der Stadt keine Selbstverständlichkeit ist. So viel ist sicher. Im Moment liege ich auf einer Bank in der Herbstsonne, die den großen Steinkörper der Stadt wärmt bis hinauf zur weißen Kuppel von Sacré-Coeur, die in den Himmel ragt wie ein Fest. Sie wärmt auch die grünen Gießkannen, die verschämt hinter den Grabsteinen abgestellt wurden, die nagelneu gesetzten Erika auf den Gräbern – Und auch Sie. Nehmen Sie Platz. Hier enden die Geschichten nicht nur, es fangen auch welche an.“ (S.253*)

Die Katzen von Montmartre von Tessa Korber

  • Autorin: Tessa Korber
  • Genre: Kriminalroman
  • Jahr: 2016 bei btb
  • Seiten: 253

Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?

Quelle: btb-Verlag


Ich finde es bewundernswert, wie genau fünf Wörter ein Buch gleichzeitig sehr genau schildern und die Leser in die Irre führen können. In diesem Fall sind die Worte, die ganz genau sagen, worum es hier geht: Die Katzen von Montmartre und das übrig gebliebene eine Wort scheint auf den ersten Blick (auf das Cover) verwirrend, auf den zweiten Blick (auf den Klapptext) passend und auf den dritten und letzten Blick (ins Buch) an den Haaren herbeigezogen zu sein. Dieses Wort lautet Kriminalroman, der sich für mich die Handlung in erster Linie um ein oder mehrere zusammenhängende Verbrechen und deren Aufklärung dreht. Nun, das ist hier nicht der Fall, aber dazu später mehr.

Einige wenige Worte zum Cover sollen hier auch nicht fehlen: Es fängt das Flair des Romans gut ein, passt zum Titel und vor allem weiß man auch, was es darstellen soll. So, das war´s. Kommen wir zum interessanten Teil:

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Tigermädchen – Die Nacht ist ihr Element

„Sie hatte viele Namen. Das Mädchen in Schwarz, die dunkle Retterin oder das Tier der Nacht.“ (S.6*)

tigermädchen - die nacht ist ihr element

  • Autorin: Delia Muñoz
  • Genre: Fantasy
  • Jahr: 2016 beim Eisermann Verlag
  • Seiten: 413

Sie kontrolliert die Schatten.
Sie sieht im Dunkeln.
Dass Melanie ein Tigermädchen ist, weiß sie noch nicht, als sie ins Camp Cataara eintritt. Zeit, sich einzuleben, wird ihr verweigert. Denn obwohl sie selbst ihre Gaben noch nicht vollständig beherrscht, trachten gegnerische Gruppierungen bereits nach ihr und ihrer Macht. Schon bald wird ihre Freundin Laura entführt und die Gegner fordern einen Tauschhandel – Laura gegen das Tigermädchen. Melanie und ihre Freunde wollen den Handel der Entführer jedoch nicht eingehen und suchen eine andere Möglichkeit, Laura zu retten. Nur auf einen vagen Verdacht hin verfolgen sie die Spur der Gegner, obwohl diese sich immer wieder zu verlieren scheint. Doch nicht nur ihre Informationsquellen wirken wenig vertrauensvoll, auch die neun Jugendlichen selbst haben Geheimnisse voreinander …
Wird Melanie es schaffen, Laura zu finden, ohne sich selbst auszuliefern?

Quelle: Eisermann-Verlag


Vorneweg möchte ich sagen, dass Tigermädchen bei oberflächlicher Betrachtung – Cover und Klapptext – zunächst einen guten Eindruck macht, vielversprechend wirkt. Allein die Tatsache, dass Melanie ein Tigermädchen, eine uns unbekannte Spezies, ist, und damit Draculas voreiligen Gruß aus der Versenkung heraus abwehrt, macht doch neugierig. (Dabei hatte sich Draci schon sooo gefreut, als er die bunten Augen und den tragischen Gesichtsausdruck auf dem Cover gesehen hat…)
Nun ja, mein erster Eindruck ist wohl auch nicht so wichtig und interessiert dich vermutlich so gar nicht, schließlich liest du diese Rezension um zu erfahren, wie es mir denn beim und nicht vorm Lesen ergangen ist. In diesem Sinne: Vorhang auf für die positiven Aspekte!

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Léon & Claire – Er trat aus den Schatten

„Ja, vielleicht sollte er sich fürchten. Was würde von seiner Welt übrig bleiben, wenn Licht und Schatten aufeinander trafen, erbittert bereit, das letzte Gefecht gegeneinander auszutragen.“ (S.362*)

Leon Claire von Ulrike Schweikert

Bildquelle: randomhouse.de

  • Autorin: Ulrike Schweikert
  • Genre: Fantasy
  • Reihe: Léon & Claire #1
  • Jahr: 2016 bei cbt
  • Seiten: 475

Paris hat eine dunkle Seite …

Sie nennen sich selbst die Kämpfer der Schatten und haben der Stadt den Rücken gekehrt. Vom hellen Licht sind sie in das Reich der Dunkelheit hinabgestiegen, in die Katakomben tief unter Paris. Unter ihnen lebt Léon, der magische Fähigkeiten besitzt. Er allein weiß um die Macht des Meisters der Finsternis, dessen Ziel es ist, Paris zu vernichten. Als Léon eines Tages der schönen Claire das Leben rettet, ist es um sie beide geschehen. Léon nimmt Claire mit in seine düstere Welt; Licht und Schatten verbinden sich. Doch das Glück der beiden ist nicht nur dem attraktiven Adrien ein Dorn im Auge, der schon lange in Claire verliebt ist, sondern vor allem dem Meister der Finsternis selbst, der seine ganz eigenen Pläne mit Léon hat. Schon bald werden die beiden Liebenden zum Spielball dunkler Mächte.

Quelle: randomhouse.de


erwartung-realitatIch gehe mit gemischten Gefühlen an diese Rezension heran. Einerseits gefällt mir die Idee wirklich gut, der Klapptext und das Cover machen neugierig auf mehr und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Andererseits war es in so vieler Hinsicht eine solche Enttäuschung, dass es den Erwartungen nicht nahe kommen, sondern ihnen nur aus großer Ferne zuwinken konnte.

Großmutter, warum hast du denn so große Zähne?

Claire muss von New York nach Paris ziehen, praktischerweise beherrscht sie die Sprache perfekt, weil sie bilingual erzogen wurde, ihr Vater verdient sehr gut (immerhin wohnen sie in einem 2-stöckigen Penthouse mit Blick auf den Eiffelturm. Mit drei Personen!), die Mutter arbeitet im Louvre, kurzum: Sie hat keine nennenswerten Probleme. Klar, sie vermisst ihre amerikanischen Freunde, aber sie gewöhnt sich an der neuen Schule relativ schnell ein.

Ach ja, die Schule: Ein begehbares Klischee: Natürlich gibt es den reichen, verwöhnten Sunny Boy namens Adrien, dem alle mehr oder minder offensichtlich nachsabbern, wenn er das Parkett betritt, die Schulzicke und „Königin“, die mit ihren Unterwürfigen Hof hält und sich gerne besagten Sunny Boy krallen würde, und die natürlich sofort die künstlichen Fingernägel ausfährt, als Adrien Interesse an Claire zeigt. Dazu kommen die Außenseiterin, die als einzige gut in Mathe ist und deshalb (wie sollte es anders sein?) von allen gehasst/beneidet wird, das Mädchen, das sich von selbst von der großen Menge absetzt und sich selbstredend schnell zu Claires bester Freundin entwickelt. Einen Sportler gibt es hier wohl einfach nur deshalb nicht, weil Claire selbst gerne mal FlicFlacs und Saltos schlägt.

Ihr seht, die Schule könnte kaum klischeehafter sein, allerdings sollte ich positiv vermelden, dass immerhin das französische Schulsystem kurz erklärt wird und deshalb sollte da zumindest niemand größere Schwierigkeiten haben.

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Keep me safe

„Manchmal können wir andere Menschen retten, manchmal nur uns selbst. Aber gelegentlich retten wir dadurch, dass wir andere retten, unverhofft auch uns selbst.“ (S.273*)

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Keep me safe
Bildquelle: OnleiheVerbundHessen

  • Autorin: Sarah Alderson
  • Genre: Abenteuer
  • Originaltitel: Conspiracy Girl
  • deutsche Ausgabe: 2016 bei Ravensburger

Jeder hat vom „Cooper-Massaker“ gehört. Einzige Überlebende: ein 15-jähriges Mädchen. Auch drei Jahre später lebt Nic Preston in ständiger Angst, dass die Mörder ihrer Familie zurückkommen. Als ihr schlimmster Albtraum wahr wird, beginnt für Nic eine halsbrecherische Flucht an der Seite des genialen Hackers und notorischen Bad Boys Finn Carter. Vom ersten Moment an knistert es gewaltig zwischen Nic und Finn, aber beide haben gute Gründe, ihre Gefühle zu verbergen …

Quelle: Ravensburger


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Von Keep me safe habe ich viel erwartet, vor allem, weil ich gehofft habe, dass dieses Buch ein bisschen frische Luft in die Welt der Jugendromane bringt, aber diese Hoffnung wurde mit Händen und Füßen getreten. Dieser Roman ist keine frische Luft, sondern viel mehr der Typ Raumerfrischer, riecht anfangs gut, aber irgendwann merkt man, dass der Geruch eher an Plastik als an Zitronengras erinnert und nichts weiter als eine schön verpackte Attrappe echter Frische ist. Weiterlesen

Little Secrets – Lügen unter Freunden

„Schon verrückt die ganze Sache. Wir haben doch keinen Schimmer, was hier wirklich vor sich geht. Könnte alles Mögliche sein!“ (S.224*)

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Little Secrets – Lügen unter Freunden
Bildquelle: HarperCollins

  • Autorin: M.G. Reyes
  • Genre: Roman
  • Reihe: Little Secrets#1
  • Originaltitel: Emancipated
  • deutsche Ausgabe: 2016 bei HarperCollins Germany

„Alles fing damit an, dass Candace von zu Hause wegwollte und Grace eine Lösung parat hatte.“ (S.7*)

Die Stiefschwestern Candace und Grace ziehen von Texas nach L.A. um an Candaces Schauspielkarriere zu arbeiten.
Paolos Eltern ziehen nach Mexiko und er bleibt in Kalifornien, damit er das Tennis nicht aufgeben muss.
John-Michaels Vater bringt sich um. Lucy fliegt wegen Drogen zuhause raus. Mayas Eltern müssen zurück nach Mexiko, aber sie darf in den Staaten bleiben.

Diese fünf Jugendlichen haben zwei Dinge gemeinsam: Sie alle wurden vorzeitig mündig erklärt und sie suchen nach einer Wohnung. Für sie alle geht ein Traum in Erfüllung: Weiterlesen

Showdown im Zombieland

„Schicksal und Vorausbestimmung bedeuten nur eins. Sie sind die Hilfsmittel, die uns gegeben wurden, um unser Schicksal zu formen. Eine Wahl. Meine … eure … deren. Gut, schlecht. Bedrohlich.“ (S.7*)

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Showdown im Zombieland
Bildquelle: der OnleiheVerbundHessen


„Für mich stand fest, dass die Zombies unsere schlimmsten Feinde hier auf Erden sind. Ich täuschte mich.“ (S.8*)

Gerade als Ali Bell beginnt, ihre zombiefreie Zeit mit ihrem Neuerdings-mal-wieder-Freund Cole und ihren anderen Freunden zu genießen, da bahnt sich der nächste Schrecken an. Und zwar nicht in Form von Zombies. Stattdessen hat Anima Industries, auch bekannt als die Overalls, beschlossen, die Zombiejäger aus dem Weg zu räumen. Und zwar endgültig. Bei den Überraschungsangriffen der skrupellosen Forscher sterben einige Zombiejäger und andere werden vermisst. Eine klare Kriegserklärung. Weiterlesen

Elanus

„Es fühlte sich an, als wäre er von Mauern umschlossen, die immer näher rückten.“

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Elanus
Bildquelle: der OnleiheVerbundHessen


„Siebzehn und so hochbegabt, dass es kaum noch auszuhalten ist. Vollstipendium, persönliche Einladung des Rektors und des Beirats der Schule, die wahrscheinlich hofft, sich einen zukünftigen Nobelpreisträger unter die Absolventen zu holen.“(S. 13, 14*)

Jona Wolframs mehr als hohe Intelligenz hat ihm ein Stipendium an der Victor-Franz-Hess-Elite-Universität eingebracht, an der sich nur Genies und Kinder stinkreicher Eltern, die sich die fünfstelligen Studiengebühren leisten konnten, tummeln.

„So selten ihm Fehler in mathematischen und technischen Bereichen passierten, so verlässlich unterliefen sie ihm, sobald es darum ging, mit Menschen zurechtzukommen.“ (S. 39, 40*)

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Wenn wir fallen

„Sie war eine Motte, die um eine Traumgestalt kreiste, als wäre sie aus Licht. Aber da war überhaupt kein Licht. Da war nichts, nichts Reales.“

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Wenn wir fallen
Bildquelle: der OnleiheVerbundHessen

  • Autorin: Jennifer Benkau
  • Genre: Love-Story
  • Jahr: 2016

Seit Wochen träumt Liz, 17, ein und denselben Traum: Sie und ein unbekannter Junge mit flussgrünen Augen liegen in der Sonne auf einer Klippe über der Wupper. Sie sind zusammen und Liz macht es zum ersten Mal nichts aus, dass jemand ihre Narben sieht. Alles ist wunderbar und einfach traumhaft … bis sie aufwacht. Dann ist er weg und sie vermisst ihn, als wäre er mehr als nur ein schöner Traum.

„Welcher gesunde Mensch verliebte sich denn in einen Jungen, der nur im Traum existierte?
Welcher gesunde Mensch wachte ständig auf, weil das Herz so laut und nachhallend schlug wie eine Kirchturmuhr auf Speed?
Welche gesunde Mensch heulte in sein Kissen vor Sehnsucht nach einem Menschen, obwohl er nur die Augen schließen und einschlafen musste, um ihn wiederzusehen?“ (S.9*)

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Manche Mädchen müssen sterben

A little party never killed nobody…

manche mädchen müssen sterben

Manche Mädchen müssen sterben
Quelle:der OnleiheVerbundHessen

  • Autorin: Jessica Warman
  • Genre: Thriller, Roman
  • Originaltitel: Between
  • deutsche Ausgabe: 2012

Liz ist schön, schlank beliebt und reich, sie feiert ihren 18. Geburtstag zusammen mit ein paar Freunden, ein bisschen Alkohol und auch ein paar Drogen auf der Yacht ihrer Familie, aber die lockere Party nimmt ein schlimmes Ende. In aller Herrgottsfrühe, als noch alle anderen schlafen, wacht Liz von einem nervigen Geräusch an der Bootswand auf und geht nach draußen. Dort macht sie eine schreckliche Entdeckung: Im Wasser treibt eine Mädchenleiche. Und Liz kennt sie nur allzu gut.

„Woher ich das alles weiß? Weil es meine Stiefel sind. Genau wie die Klamotten. Das Mädchen im Wasser, das bin ich.“(S.10)

Wenn sie aber dort unten im eisigen Wasser liegt, wie kann sie dann gleichzeitig auf dem Boot stehen? Weiterlesen

Sevenheart

  • Autorin: Nora Jackson
  • Genre: Fantasy
  • Reihe: Sevenheart: Gefährliche Zeiten, Zerstörende Lüge, Tödliches Finale
  • Jahr: 2012

Gebbie, 17, wohnt im Wolfslauf, einem sagenumwobenen alten Haus mitten im Wald. Es gibt zwar nicht in jedem Zimmer Strom und angeblich spukt es hier, aber sie ist glücklich und fühlt sich frei. An den Spukgeschichten könnte schon etwas dran sein…

„Manchmal höre ich Stimmen in meinem Zimmer, daran hatte ich mich schon lange gewöhnt. Doch diesmal war irgendetwas anders. Es hörte und fühlte sich anders an. Diese Stimme war echt. Sie war zum Greifen nahe.“ (Sevenheart-Gefährliche Zeiten, S.13)

Und als wäre das nicht schon merkwürdig genug, steht eines Abends eine Frau vor ihr. Sie wirkt zu gläsern um ein Mensch zu sein und zu real für einen Geist. Sie behauptet, Lady Clodagh zu heißen und eine Hexe zu sein, die aus der Vergangenheit kommt und seit dreizehn Jahren in dieser Zeit festsitzt. Sie wurde von einem schwarzen Magier in die Zukunft verbannt und bittet Gebbie um Hilfe um den Fluch zu brechen. Während Gebbie noch an ihrer geistlichen Gesundheit zweifelt, willigt sie ein, sich zur Hexe erziehen zu lassen.
Aber die Welt der Hexen und Zauberer ist gefährlicher als sie dachte Weiterlesen