I´m out…

Kurzmitteilung

An alle, deren E-Mails, Kommentare, Facebook-Nachrichten und Tweets ich nicht beantwortet habe und auch an diejenigen, die sich unterschwellig fragen, wo ich denn eigentlich abgeblieben bin.

USA flag

Nein, ich habe nicht die Lust am Bloggen verloren und mein Bücherregal ist auch nicht abgebrannt, aber ich befinde mich seit ein paar Tagen in den USA und werde erst gegen Ende April zurückkehren. Ihr werden vermutlich erst Anfang Mai etwas von mir hören, also genießt dieses Lebenszeichen!

Die Tage vorm Abflug waren stressig, weil es immer noch etwas zu organisieren, zu besorgen und zu packen gab, dann war da noch die Schule, die noch mal richtig mit Hausaufgaben und Klausuren um sich geworfen hat, also war hier im März nicht viel los. Ich hatte eigentlich geplant, diesen Abschiedsgruß vor meiner Abreise zu schreiben, aber gut, ich habe auch eine Rezi angefangen, die ich dann nicht mehr fertig schreiben konnte, weil noch so viel dazwischen kam. Offenbar habe ich kein Gefühl dafür, was ich noch schaffen kann und was nicht.

Ich weiß, dass ihr mich schmerzlich vermissen werdet, also könnt ihr euch ja mal durch den älteren Kram wühlen und so tun als wäre er neu. Hier kommen einige Vorschläge in seeehr sinnvollen Kategorien:

Alle meine rezensierten Bücher findet ihr wie immer nach Genre geordnet auf der Seite Alles auf einen Blick, aber was ihr da nicht auf den ersten Blick sehen könnt, sind meine Beurteilungen. Das wäre ja auch sehr unübersichtlich, also habe ich hier ein paar der Bücher, die mir wirklich sehr gut gefallen haben.

Das Spiel von Liebe und Tod Dem Horizont so nah Herz aus Nacht und Scherben Die Bücherdiebin Dark Elements - Steinerne Schwingen

Dann gibt es natürlich auf der anderen Seite noch diejenigen, die mir so gar nicht gefallen haben:

Taking Chances - Im Herzen bei dir Mein Leben für dich To all the boys I´ve loved before Angel Hunter Cupida-Mitten ins Herz

Solltet ihr danach noch etwas mehr über mich erfahren wollen, habe ich hier drei Awards, die mir gefallen haben:

The Versatile Blogger Award Liebster Award Winter Book Tag

Eine andere Sache, die dir noch bleibt, ist das Klischee-Archiv, wobei ich dir raten würde, mit den männlichen Hauptcharakteren anzufangen:

Männliche Hauptcharaktere Weibliche Hauptcharaktere

So, das war´s von mir, bye!

Übrigens ist das kein April-Scherz, nur falls ihr euch das fragt. 😉

Tigermädchen – Die Nacht ist ihr Element

„Sie hatte viele Namen. Das Mädchen in Schwarz, die dunkle Retterin oder das Tier der Nacht.“ (S.6*)

tigermädchen - die nacht ist ihr element

  • Autorin: Delia Muñoz
  • Genre: Fantasy
  • Jahr: 2016 beim Eisermann Verlag
  • Seiten: 413

Sie kontrolliert die Schatten.
Sie sieht im Dunkeln.
Dass Melanie ein Tigermädchen ist, weiß sie noch nicht, als sie ins Camp Cataara eintritt. Zeit, sich einzuleben, wird ihr verweigert. Denn obwohl sie selbst ihre Gaben noch nicht vollständig beherrscht, trachten gegnerische Gruppierungen bereits nach ihr und ihrer Macht. Schon bald wird ihre Freundin Laura entführt und die Gegner fordern einen Tauschhandel – Laura gegen das Tigermädchen. Melanie und ihre Freunde wollen den Handel der Entführer jedoch nicht eingehen und suchen eine andere Möglichkeit, Laura zu retten. Nur auf einen vagen Verdacht hin verfolgen sie die Spur der Gegner, obwohl diese sich immer wieder zu verlieren scheint. Doch nicht nur ihre Informationsquellen wirken wenig vertrauensvoll, auch die neun Jugendlichen selbst haben Geheimnisse voreinander …
Wird Melanie es schaffen, Laura zu finden, ohne sich selbst auszuliefern?

Quelle: Eisermann-Verlag


Vorneweg möchte ich sagen, dass Tigermädchen bei oberflächlicher Betrachtung – Cover und Klapptext – zunächst einen guten Eindruck macht, vielversprechend wirkt. Allein die Tatsache, dass Melanie ein Tigermädchen, eine uns unbekannte Spezies, ist, und damit Draculas voreiligen Gruß aus der Versenkung heraus abwehrt, macht doch neugierig. (Dabei hatte sich Draci schon sooo gefreut, als er die bunten Augen und den tragischen Gesichtsausdruck auf dem Cover gesehen hat…)
Nun ja, mein erster Eindruck ist wohl auch nicht so wichtig und interessiert dich vermutlich so gar nicht, schließlich liest du diese Rezension um zu erfahren, wie es mir denn beim und nicht vorm Lesen ergangen ist. In diesem Sinne: Vorhang auf für die positiven Aspekte!

Weiterlesen

Keine Fragen, sieben Antworten – The Versatile Blogger Award

the_versatile_blogger_awardNa, hast du schon mal vom Versatile Blogger Award oder überhaupt vom sehr geläufigen Wort Versatile gehört? Nein, ich auch nicht, bis Jessy von Helden für einen Tag mich dafür nominierte – danke dafür! – und damit nicht nur mein Vokabular um ein wunderschönes Wort, das ich vermutlich nie wieder verwenden werde, bereichert hat (übrigens: Versatile = Vielseitigkeit, aber das wusstest du ja schon, oder?), sondern auch meiner eher kurzen Liste an Tags, die ich nicht für total sinnlos halte, einen weiteren Eintrag bescherte.

Im Gegensatz zu den meisten Tags, die sich so in der Buchblogger-Welt angesiedelt haben, geht es hier nicht darum, zehn Bücher mit einem grünen Cover zu nennen, dessen Inhalt nicht deinen Erwartungen entsprach, nein, stattdessen geht es hier um den Blogger. Ob das jetzt interessanter ist, kann ich dir nicht vorschreiben, da wirst du dir wohl ausnahmsweise deine eigene Meinung bilden müssen. Weiterlesen

Léon & Claire – Er trat aus den Schatten

„Ja, vielleicht sollte er sich fürchten. Was würde von seiner Welt übrig bleiben, wenn Licht und Schatten aufeinander trafen, erbittert bereit, das letzte Gefecht gegeneinander auszutragen.“ (S.362*)

Leon Claire von Ulrike Schweikert

Bildquelle: randomhouse.de

  • Autorin: Ulrike Schweikert
  • Genre: Fantasy
  • Reihe: Léon & Claire #1
  • Jahr: 2016 bei cbt
  • Seiten: 475

Paris hat eine dunkle Seite …

Sie nennen sich selbst die Kämpfer der Schatten und haben der Stadt den Rücken gekehrt. Vom hellen Licht sind sie in das Reich der Dunkelheit hinabgestiegen, in die Katakomben tief unter Paris. Unter ihnen lebt Léon, der magische Fähigkeiten besitzt. Er allein weiß um die Macht des Meisters der Finsternis, dessen Ziel es ist, Paris zu vernichten. Als Léon eines Tages der schönen Claire das Leben rettet, ist es um sie beide geschehen. Léon nimmt Claire mit in seine düstere Welt; Licht und Schatten verbinden sich. Doch das Glück der beiden ist nicht nur dem attraktiven Adrien ein Dorn im Auge, der schon lange in Claire verliebt ist, sondern vor allem dem Meister der Finsternis selbst, der seine ganz eigenen Pläne mit Léon hat. Schon bald werden die beiden Liebenden zum Spielball dunkler Mächte.

Quelle: randomhouse.de


erwartung-realitatIch gehe mit gemischten Gefühlen an diese Rezension heran. Einerseits gefällt mir die Idee wirklich gut, der Klapptext und das Cover machen neugierig auf mehr und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen. Andererseits war es in so vieler Hinsicht eine solche Enttäuschung, dass es den Erwartungen nicht nahe kommen, sondern ihnen nur aus großer Ferne zuwinken konnte.

Großmutter, warum hast du denn so große Zähne?

Claire muss von New York nach Paris ziehen, praktischerweise beherrscht sie die Sprache perfekt, weil sie bilingual erzogen wurde, ihr Vater verdient sehr gut (immerhin wohnen sie in einem 2-stöckigen Penthouse mit Blick auf den Eiffelturm. Mit drei Personen!), die Mutter arbeitet im Louvre, kurzum: Sie hat keine nennenswerten Probleme. Klar, sie vermisst ihre amerikanischen Freunde, aber sie gewöhnt sich an der neuen Schule relativ schnell ein.

Ach ja, die Schule: Ein begehbares Klischee: Natürlich gibt es den reichen, verwöhnten Sunny Boy namens Adrien, dem alle mehr oder minder offensichtlich nachsabbern, wenn er das Parkett betritt, die Schulzicke und „Königin“, die mit ihren Unterwürfigen Hof hält und sich gerne besagten Sunny Boy krallen würde, und die natürlich sofort die künstlichen Fingernägel ausfährt, als Adrien Interesse an Claire zeigt. Dazu kommen die Außenseiterin, die als einzige gut in Mathe ist und deshalb (wie sollte es anders sein?) von allen gehasst/beneidet wird, das Mädchen, das sich von selbst von der großen Menge absetzt und sich selbstredend schnell zu Claires bester Freundin entwickelt. Einen Sportler gibt es hier wohl einfach nur deshalb nicht, weil Claire selbst gerne mal FlicFlacs und Saltos schlägt.

Ihr seht, die Schule könnte kaum klischeehafter sein, allerdings sollte ich positiv vermelden, dass immerhin das französische Schulsystem kurz erklärt wird und deshalb sollte da zumindest niemand größere Schwierigkeiten haben.

Weiterlesen

Taking Chances – Im Herzen bei dir

„Wenn ich vernünftig oder selbstlos gewesen wäre, hätte ich ihn gebeten, sofort zu gehen und nie mehr zurückzukommen. Aber ich war das Gegenteil von beidem“ (S.236*)

taking chances im herzen bei dir.jpg

Bildquelle: der OnleiheVerbundHessen

  • Autorin: Molly McAdams
  • Genre: Love-Story
  • Originaltitel: Taking Chances
  • deutsche Ausgabe: 2016 bei MIRA Taschenbuch
  • Seiten: 373

Harper wächst unter dem strengen Regiment ihres Marine-Dads auf. Sie zählt die Tage, bis sie aufs College gehen kann, um endlich die Dinge zu erleben, von denen sie bislang nur gehört hat: flirten, daten, küssen. Gleich auf der ersten Party trifft sie Chase, der all das ist, was ihr Vater hasst: sexy, wild, verwegen. Nur mühsam widersteht Harper seinem Bad-Boy-Charme. Obwohl sie sich kurz darauf in seinen attraktiven Mitbewohner Brandon verliebt, scheint ihr Körper jedes Mal vor Verlangen zu vibrieren, sobald Chase in der Nähe ist. Sie ist überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war …

Quelle: HarperCollinsGermany


Taking Chances – Im Herzen bei dir. Dieses Buch stellt mich wirklich vor ein großes Rätsel.
Auf der einen Seite gibt es viele Menschen (itc. Blogger), die viel Begeisterung dafür aufbringen können.
Und auf der anderen Seite gibt es mich, die das Teil am liebsten in hohem Bogen aus dem Fenster befördert hätte, wenn es nur meinen eBook-Reader nicht mitgenommen hätte.

50-shades-of-grey-gefangnis

Der Leser, der noch nicht in den Genuss dieses Bündels bedruckten Papiers gekommen ist, wird sich jetzt bestimmt fragen, was denn eine solch heftige Reaktion ausgelöst haben könnte. Eine naheliegende Möglichkeit wäre der übermäßige Gebrauch von Szenen, die man am liebsten in einem 50 Shadey of Grey-Film einsperren würde, aber das ist es nicht! Nein, im Gegenteil, das Buch versucht romantisch zu sein, wirklich, es gibt sich alle Mühe, aber das Problem ist – das Problem ist, dass — Mensch, wenn ich das Problem in einem einzigen Nebensatz zusammenfassen könnte, würden wir jetzt nicht hier stehen! Ich weiß überhaupt nicht, welches von den tausend mir den Rest gegeben hat, aber eins muss es gewesen sein, oder vielleicht auch alle zusammen.

Zum Glück muss ich mich nicht auf einen Nebensatz beschränken, also bekommst du hier die geballte Ladung an Problemen und Ursachen für viele imaginäre Beulen vom ständigen Kopf-gegen-eine-imaginäre-Wand-Schlagen.

Weiterlesen

Witch Hunter #2 – Herz aus Dunkelheit

„Krieg beruht auf Täuschung. Um zu gewinnen, muss man sich dem Feind auf eine Weise präsentieren, dass dieser glaubt, was man ihn glauben lassen will.“ (S.90*)

witch hunter herz aus dunkelheit.jpg

Bildquelle: der OnleiheVerbundHessen


Zwischen Liebe und Verrat.

Was bleibt der gefürchteten Hexenjägerin Elizabeth Grey, nachdem sie ihr Stigma und damit ihre magische Unverwundbarkeit verloren hat? Ihr Kampfgeist. Und ihre Liebe. Doch nicht alle trauen der ehemaligen Gegnerin. Und was hat John, der Heiler, gewonnen, nachdem die Kraft des Stigmas auf ihn übergegangen ist? Sein Leben. Und eben jene Unverwundbarkeit. Aber diese Kraft verändert ihn. Und schon bald erkennt Elizabeth ihn kaum wieder. Denn seine neue Macht treibt ihn in den tobenden Krieg. Wird Elizabeth John vor dem Sog des Stigmas schützen können? Ohne ihre einstige Stärke, aber mit dem Mut der Verzweiflung?

Quelle: dtv-Verlag

Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit ist ein gelungener zweiter Teil der Witch Hunter-Reihe, aber – der ewige Fluch – er konnte mich nicht so sehr überzeugen wie Teil eins.
Zu dieser Reihe möchte ich gesagt haben, dass ich die Cover, die sich ja doch sehr ähneln, wirklich gut finde. Die Schrift mit dem Schlüssel/Schwert und der weiße Hintergrund sind einfach angenehm anzusehen. Bevor ihr jetzt das Kriegsbeil ausgrabt, ja, ich sehe das Mädchen mit dem tragischen Blick und nein, ich finde es gar nicht schlimm, denn hier passt es einfach.

Kommen wir zum Inhalt dieser schönen Verpackung:

Eins der Dinge, die sich im Vergleich zu Teil eins am meisten verändert haben, sind die Protagonisten Elizabeth und John. Keine Angst, das hier wird keine ausführliche Charakterisierung á la Deutsch-Unterricht 6. Klasse, sondern ein wesentlich kürzerer Vergleich zwischen Teil eins und zwei.

Zweimal komplette Kehrtwende bitte!

Let´s start with … Elizabeth!

„Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, als wir uns kennenlernten, nicht mehr der Mensch, der ich noch vor drei Monaten war. Damals war ich eine Hexenjägerin, unbesiegbar, Trägerin des Stigmas und Mittelpunkt einer Prophezeiung – die meistgesuchte Person in ganz Anglia. Wer ich jetzt bin, weiß ich nicht.“ (S.18*)

In Teil eins war Elizabeth eine knallharte Hexenjägerin vom Typ Bad Ass, die komplett unter Blackwells Fittiche stand und bedingungslos alles gemacht hat, was er von ihr wollte. Die Einstellung gegenüber ihrem großen Meister hat sich im Laufe der Geschichte verändert, aber eine toughe Kriegerin ist sie geblieben.

Nun erinnert ihr euch sicher daran, dass Elizabeth gegen Ende von Teil eins plötzlich total selbstlos wurde und John das Geheimnis ihres Erfolgs – das Stigma – geschenkt hat. Letztendlich erholt sie sich von ihrem letzten Kampf gegen das Böse, aber – hoppla! – mit dem Stigma ist mehr als nur Unverletzbarkeit flöten gegangen. Es kommt wie es kommen muss: Elizabeth gerät in eine brenzlige Situation, und kann sich plötzlich kaum noch selbst verteidigen. Früher hätte sie den Angreifer auf dem Kopf stehend mit dem kleinen Zeh erledigt, aber jetzt reichen beide Hände und eine aufrechte Position nicht mehr aus.

Weiterlesen

Königreich der Schatten#1 – Die wahre Königin

„Die Königin von Relhok. Der Titel besaß keinerlei Bedeutung mehr. […] Eine Königin, die alle für tot hielten. Verschwunden und vergessen. Gefangen in einem Turm inmitten eines verfluchten Waldes und umgeben von Ungeheuern. Es war die Art von Märchen, mit der Dorfbewohner ihre Kinder an langen Winterabenden unterhalten hatten, als die Welt noch gut und richtig gewesen war.“ (S.35)

konigreich-der-schatten-die-wahre-konigin

Bildquelle: HarperCollins.de

  • Autorin: Sophie Jordan
  • Genre: Fantasy
  • Reihe: Königreich der Schatten#1
  • Originaltitel: Reign of Shadows
  • deutsche Ausgabe: 2017 bei HarperCollinsYA!
  • Seiten: 384

Schwarze Finsternis, die seit siebzehn Jahren über dem Reich Relhok liegt, und die dicken Mauern ihres Turms – etwas anderes kennt Luna nicht. Die Welt muss sie für tot halten, nachdem ein Verräter bereits ihre Eltern ermordete, um sich der Krone zu bemächtigen. Als sie jedoch fliehen muss, weil ihr Leben in Gefahr ist, hilft ihr der Waldläufer Fowler, der ihre dunkle Welt mit Licht erfüllt … Doch nicht einmal ihm darf sie sagen, dass sie die wahre Königin Relhoks ist. Denn der neue König sucht weiter nach ihr, um sicherzustellen, dass sie niemals ihren Thron besteigt.

Quelle: harpercollins.de


Zunächst einmal: Wow, endlich mal wieder ein schönes Cover! Nicht zu überladen, KEINE GESICHTER, ein interessantes Krone-Blüten-Motiv und der Titel des Buches ist größer als der Name der Autorin! Außerdem gibt es keine SCHREIENDEN FARBEN und wenn du jemanden beobachtest, der das Buch in der Hand hält und aufs Cover guckt, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass derjenige es a) bewundert, oder b) überlegt, einen Blick hineinzuwerfen, aber NICHT den „Hä, was soll das denn darstellen?“-Blick abfeuert.

Ja, ich weiß, man soll nicht nach dem Äußeren urteilen, deshalb geht es jetzt an die Innereien ans Eingemachte.

Die Grenzen der Logik wurden gesprengt: Das Setting

Es folgen einige Worte zur Erläuterung der Welt, in der wir uns befinden.

Seit siebzehn Jahren herrscht Sonnenfinsternis in dieser Welt, das heißt konkret, dass es 23 Stunden am Tag finster ist und eine Stunde ein wenig heller („Mitterlicht“). Dadurch sind einige Tierarten in dieser kurzen Zeit enorm gewachsen, die Fledermäuse zum Beispiel sind jetzt 1,20 m groß und fressen Kaninchen. Außerdem wird man wahnsinnig, wenn man die isst (Die Fledermäuse, nicht die Kaninchen). Aber es gibt auch neue Erdbewohner: Die netten Zeitgenossen namens Finsterirdische bevölkern das Land, sie würden gerne andere leckere Menschen fressen, was sie aber leider nur bei Nacht können, denn Sonne bekommt ihnen nicht gut.

Problem Nr. 1

Weiterlesen

Klischee-Archiv: Weibliche Hauptcharaktere

Du streckst die Hand nach der großen alten Tür mit der altmodischen Aufschrift Klischee – Archiv: Zutritt nur für Autoren aus und drückst sie vorsichtig auf. Vor deinen Augen erstreckt sich Reihe um Reihe von Schränken, große und kleine, protzige und schlichte, mal aus Holz, mal aus Metall. Unentschlossen siehst du dich um. In welchen Gang willst du heute gehen?

Zu deiner linken entdeckst du einen sehr hellen und offenbar auch viel benutzten Gang, denn der dunkelrote Teppich zeigt an dieser Stelle Spuren von sehr vielen Schuhen, die ihn schon betreten haben. Neugierig biegst du um die Ecke und siehst dich zwei Frauen, die sich über ein kleines goldenes Schränkchen beugen, gegenüber. Die brünette schaut nur kurz auf und vertieft sich dann wieder in den Zettel, den sie in der Hand hält, die blonde ignoriert dich völlig. Du nickst ihnen unverbindlich zu und setzt deinen Weg die Schrankreihe entlang fort. Etwa in der Mitte der Reihe bleibst du erneut stehen, weil ein gigantischer Schrank aus hellem Holz deine Aufmerksamkeit erregt hat. Er ist der größte, den du bisher im gesamten Archiv gesehen hast und trägt die Aufschrift: Weibliche Hauptcharaktere. Da kann ein Blick doch nicht schaden, oder?

klischee-archiv-weibliche-hauptcharaktere

Eine Verdeutlichung deiner aktuellen Situation

 

Weiterlesen

Mein Leben für dich

„Aber nach den ersten Sätzen, die sie von sich gegeben hat, wusste ich Bescheid: Die Kleine ist schnippisch, launisch, eingebildet, verwöhnt und ziemlich aggro, was ihren Vater betrifft. Auf jeden Fall ist sie verdammt anstrengend und jeder Mann, ob Verbrecher oder Pressefuzzi, sollte eigentlich freiwillig einen großen Bogen um sie machen.“ (S.49*)

mein leben für dich.jpg

Mein Leben für dich
Bildquelle: Loewe Verlag

  • Autorin: Annette Moser
  • Genre: Love-Story
  • Jahr: 2013 bei Loewe
  • Seiten: 348

Simon hat Mist gebaut. Jetzt sitzt sein Bruder seinetwegen im Knast und er selbst steht ohne Geld und Arbeit da. Doch dann bekommt er die Chance seines Lebens: als Bodyguard an der Seite der jungen Hotelerbin Mia.
Mia ist stinksauer, dass ihr Vater sie von ihrem Schweizer Internat genommen hat und jetzt auch noch einen Babysitter für sie engagiert. Darauf hat Mia herzlich wenig Lust und lässt Simon das auch sehr deutlich spüren.
Trotzdem kommen sich die beiden näher. Doch als sich Simons alte Gang einschaltet, wird ihre zarte Liebe auf eine harte Probe gestellt. Und Simon wird klar, dass er tatsächlich sein Leben für Mia gäbe …

Quelle: Loewe-Verlag


WARNUNG! WARNUNG!
Solltet ihr dieses Buch in irgendeinem Regal stehen sehen, schließt die Augen um das schreckliche Cover nicht mehr sehen zu müssen und geht schnell daran vorbei, damit ihr gar nicht erst auf die Idee kommt, es aufzuschlagen und den noch schrecklicheren Inhalt kennenzulernen.
Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt..

Nicht nur ein unangenehmer Protagonist, nein, es sind ZWEI!!

Einen unsympathischen Protagonisten kann man ja noch ignorieren oder sich auf die anderen konzentrieren und hoffen, dass es besser wird, aber ZWEI sprengen den Rahmen nun wirklich. Vor allem, wenn es die beiden Personen sind, aus deren Sicht das Ganze erzählt wird. Das überschreitet dann doch wirklich die Toleranzgrenze.

„Er wollte sich nicht unterkriegen und maßregeln lassen und vor Eintönigkeit irgendwann mit den Wochentagen durcheinandergeraten weil jeder einzelne gleich verlief.“ (Simon, S.8*)

cooler Pinguin.png

Simons Zeichnung als seine Lehrer fragten, wie er sich denn in 10 Jahren sehe.

Simon wäre ganz offensichtlich gerne einer von den richtig Coolen. Lieber tut er alles, um vom brandgefährlichen Anführer einer Straßengang, die sich mit „dem In- und Export von Autos“ und noch schlimmeren ihren Lebensunterhalt verdient, anerkannt und in die Gang der knallharten (und im Leben sicherlich sehr erfolgreichen) Jungs aufgenommen zu werden als sich mit seinem guten Realschulabschluss einen ordentlichen Job zu suchen. Aber nein, anstatt Vernunft anzunehmen, gibt er sich mit einem Job als Türsteher und einer mickrigen Wohnung zufrieden. Sehr sympathisch, oder? Weiterlesen

Das Spiel von Liebe und Tod

„Irgendwann wird jeder, den du liebst, tot sein. Alles, was du liebst, zu Staub werden. Dies ist der Preis des Lebens. Dies ist der Preis der Liebe. Das einzig mögliche Ende jeder wahren Geschichte.“ (S.6*)

Das Spiel von Liebe und Tod.jpg

Das Spiel von Liebe und Tod
Bildquelle: OnleiheVerbundHessen

  • Autorin: Martha Brockenbrough
  • Genre: Love-Story, Fantasy
  • Originaltitel: The Game of Love and Death
  • deutsche Ausgabe: 2016 bei Loewe
  • Seiten: 400

Romeo und Julia, Kleopatra und Mark Anton, Napoleon und Josephine, sie alle waren schon Figuren in dem jahrtausendealten Spiel von Liebe und Tod. Die Regeln sind einfach. Verlieben sich die Paare vor dem ausgewürfelten Termin, hat die Liebe gewonnen, trennen sie sich, triumphiert der Tod und einer der Liebenden muss sterben.

Immer wieder steht Henry vor der Tür des Jazzclubs, in dem Flora allabendlich singt. Er ist hingerissen von der schönen jungen Frau, ihrer Stimme und ihrer Musik. Flora dagegen versucht lange, sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Ihre Haut ist schwarz und eine Beziehung mit einem weißen jungen Mann ist im Seattle des Jahres 1937 völlig ausgeschlossen.

Was Flora und Henry nicht wissen: Sie sind nur Figuren in einem uralten Spiel, in dem die Liebe selbst und ihr alter Widersacher Tod menschliche Gestalt angenommen haben. Und beide nutzen all ihre manipulativen Fähigkeiten, um zu gewinnen.

Quelle: Loewe-Verlag


Zunächst einmal sollte gesagt sein, dass die Idee, die hinter diesem Roman steckt eine sehr originelle, aber für einen Autor auch gewagte ist. Immerhin ist dies nicht eine „einfache“ Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die eben zu dieser kritischen Zeit spielt, die allein schon viele ernsthafte Schwierigkeiten bereitstellt, nein, zusätzlich, oder vielmehr parallel dazu hat die Autorin zwei schwierig definierbare Charaktere, die auch ihre ganz eigenen Probleme miteinander haben UND einige nicht ganz unwichtigen Nebencharaktere, die wiederum ihre nicht ganz unwichtigen Geheimnisse haben, die die ganze Handlung noch mal umstürzen könnten.

Für diejenigen, die im Verlauf dieses Bandwurmsatzes den Faden verloren haben: Es ist kompliziert. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, konnte mich dieser Roman wirklich, und ich meine WIRKLICH überzeugen.

Im folgenden beschäftigen wir uns der Reihe nach mit allen möglichen Steinen, die sich der Autorin beim Schreiben dieses Romans in den Weg gelegt haben könnten:

Weiterlesen